Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) verurteilt den offensichtlich islamistisch motivierten Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day (CSD) in Berlin aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Todesopfers, den Verletzten sowie allen Menschen, die durch diese schreckliche Tat betroffen und verunsichert wurden. Der TBB steht solidarisch an der Seite der queeren Community – heute und jeden Tag.
„Dieser Anschlag richtet sich nicht nur gegen die unmittelbaren Opfer, sondern gegen die Grundwerte unserer offenen und demokratischen Gesellschaft. Wer Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität angreift, greift Freiheit, Vielfalt und die Menschenwürde an. Wir stehen fest an der Seite der queeren Community und trauern mit den Angehörigen des Todesopfers“, erklärt Ayşe Demir, Vorstandssprecherin des TBB.
Der TBB verurteilt den islamistischen Terroranschlag und jede Form von Extremismus aufs Schärfste. Islamistischer Extremismus muss konsequent benannt und mit den Mitteln des demokratischen Rechtsstaats entschlossen bekämpft werden. Gleichzeitig warnt der TBB davor, die Tat zum Anlass für pauschale Schuldzuweisungen gegenüber Musliminnen und Muslimen zu nehmen.
„Die Verantwortung tragen nicht Musliminnen und Muslime in Deutschland, die die Werte unseres Grundgesetzes teilen und Gewalt und Extremismus entschieden ablehnen. Wer eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht stellt, spaltet unsere Gesellschaft und spielt den Zielen extremistischer Akteure in die Hände“, so Demir.
Der TBB weist darauf hin, dass islamistischer Extremismus und rechtsextreme beziehungsweise rechtspopulistische Kräfte trotz ihrer gegensätzlichen Ideologien gesellschaftlich voneinander profitieren können. Islamistische Anschläge schüren Angst und werden gezielt dazu instrumentalisiert, um Ablehnung gegenüber Musliminnen und Muslimen zu verstärken. Umgekehrt dienen Pauschalisierungen islamistischen Gruppen als Propaganda, indem sie deren Narrativ bestätigen, Muslime seien in Europa grundsätzlich unerwünscht. So kann ein gefährlicher Kreislauf gegenseitiger Radikalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung entstehen.
Deshalb appelliert der TBB an Politik, Medien, Zivilgesellschaft und muslimische Gemeinden, gemeinsam Verantwortung für den Schutz unserer freiheitlichen Demokratie zu übernehmen. Islamistischer Extremismus muss konsequent bekämpft und Radikalisierung frühzeitig verhindert werden.
Gleichzeitig gilt es, antimuslimischen Rassismus, Queerfeindlichkeit und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden zurückzuweisen. Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen nicht durch Generalverdacht, sondern durch Rechtsstaatlichkeit, politische Bildung, Prävention, Aufklärung und eine differenzierte öffentliche Debatte.
„Gerade jetzt braucht es Besonnenheit, Solidarität und den Mut, unsere demokratischen Werte gemeinsam zu verteidigen. Terror darf niemals bestimmen, wie wir zusammenleben. Unsere Antwort auf Hass kann nur mehr Demokratie, mehr Zusammenhalt und mehr Menschlichkeit sein“, erklärt Ayşe Demir abschließend.
Der TBB wird sich weiterhin gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen und Partnern für eine offene, vielfältige und diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen, in der Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität frei und sicher leben können.





















