Geplantes Aus für COSMO: TBB warnt vor gravierenden Folgen für Medienvielfalt und Teilhabe


Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) warnt angesichts des geplanten Abschaltens vom Radiosender COSMO vor den weitreichenden Folgen für Vielfalt sowohl in Medienlandschaft als auch in der Gesellschaft.

COSMO ist für viele Menschen mit Migrationsgeschichte weit mehr als ein Radiosender. Das Programm bietet Informationen, kulturellen Austausch und gesellschaftliche Orientierung für Menschen unterschiedlicher Herkunft und schafft Raum für Perspektiven, die in der deutschen Medienlandschaft häufig zu wenig sichtbar sind.

Der TBB erinnert daran, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Auftrag hat, die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden und allen Bevölkerungsgruppen Zugang zu relevanten Informationen und kultureller Teilhabe zu ermöglichen. Hierfür werden Steuergelder zur Verfügung gestellt, die auch von Menschen mit Migrationsgeschichte bezahlt werden. Sie haben ein Recht darauf, dass ihre Bedarfe in der Programmgestaltung qualifiziert berücksichtigt werden.  

„COSMO ist eines der wenigen öffentlich-rechtlichen Angebote, das kulturelle Vielfalt und internationale Perspektiven nicht als Randthema behandelt, sondern konsequent ins Zentrum seiner Arbeit stellt. Wer hier kürzt, spart nicht an einem Radioprogramm, sondern an gesellschaftlicher Teilhabe“, erklärt Ayşe Demir, Vorstandssprecherin des TBB.

Besonders die mehrsprachigen Sendungen hätten für viele Menschen eine hohe Bedeutung. Sie seien eine wichtige Informationsquelle und stärkten das Gefühl von Zugehörigkeit und Anerkennung.

„Für viele Menschen sind die Sendungen in den Herkunftssprachen eine Brücke zwischen verschiedenen Lebenswelten. Sie vermitteln Informationen, schaffen Vertrauen und geben Menschen das Gefühl, mit ihren Erfahrungen und Perspektiven gehört zu werden“, so Demir weiter.

Der TBB warnt davor, dass eine Einstellung von COSMO weitreichende Folgen für die Medienvielfalt in Deutschland hätte. Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und eines immer stärker werdenden Rechtsrucks brauche es Medienangebote, die Dialog fördern, unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und die migrantischen Communities in der Gesellschaft hinreichend zur Sprache kommen lassen.

„Die Vielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist ohnehin begrenzt. Wenn ausgerechnet ein Angebot wie COSMO verschwindet, sendet das ein fatales Signal – an migrantische Communities ebenso wie an all jene, die sich für eine offene, demokratische und vielfältige Gesellschaft einsetzen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf seinen Teilhabe- und Bildungsauftrag nicht aus Spargründen preisgeben“, betont Demir.

Der TBB fordert die Verantwortlichen daher auf, COSMO als unverzichtbaren Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu erhalten und die mehrsprachigen Angebote langfristig zu sichern. Eine vielfältige Gesellschaft braucht vielfältige Medien – gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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