Internationaler Frauentag 2026: Frauen*rechte brauchen politische Konsequenzen – nicht Symbolpolitik


Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 fordert der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) entschlossenes politisches Handeln statt jährlicher Bekenntnisse.

Trotz jahrzehntelanger Gleichstellungsdebatten seien Frauen* weiterhin strukturell benachteiligt – auf dem Arbeitsmarkt ebenso wie im gesellschaftlichen Leben. Sie arbeiteten überproportional häufig in unsicheren und schlecht abgesicherten Beschäftigungsverhältnissen, verdienten für gleiche Arbeit oftmals weniger und hätten geringere Aufstiegschancen. Viele seien unfreiwillig in Teilzeit oder prekären Jobs beschäftigt.

„Die bestehenden Ungleichheiten sind kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Versäumnisse. Wer Gleichstellung ernst meint, muss endlich verbindliche politische Maßnahmen durchsetzen“, erklärt Ayşe Demir, Vorstandssprecherin des TBB.

Besonders alarmierend sei, dass Gewalt gegen Frauen* weiterhin die häufigste Menschenrechtsverletzung darstelle. Öffentliche Empörung entstehe meist erst dann, wenn Fälle tödlich endeten. „Dieses reaktive Handeln ist nicht ausreichend. Wir brauchen eine konsequente Präventionsstrategie, die Gewalt wirksam verhindert – nicht nur verwaltet“, so Demir.

Darüber hinaus seien Frauen* und nicht-binäre Menschen vielfach nicht ausreichend über bestehende Schutz- und Unterstützungsangebote informiert. Das zeige deutlich, dass Programme und Kampagnen bislang nicht die notwendige Reichweite und Verbindlichkeit hätten.

Der TBB fordert daher:

  • den verbindlichen Ausbau und die langfristige Finanzierung von Beratungs- und Schutzstrukturen,
  • eine umfassende Präventionsstrategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt,
  • konkrete Maßnahmen zur Durchsetzung von Entgeltgleichheit und fairen Arbeitsbedingungen,
  • sowie eine systematische Stärkung von Frauen* und nicht-binären Menschen in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungspositionen.

Abschließend erneuert der TBB seine Forderung, den Internationalen Frauentag in allen Bundesländern zum gesetzlichen Feiertag zu erklären. Dies wäre ein klares und richtungsweisendes Signal für die nachhaltige Stärkung der Frauen*rechte.