Im Antidiskriminierungsreport 2023/24 dokumentiert das ADNB des TBB seine
Beratungsarbeit und -zahlen der vergangenen zwei Jahre. Darin werden sechs
maßgebliche Diskriminierungfälle sowie diskriminierende Strukturen aus verschiedenen
Lebensbereichen und verschiedener Diskriminierungsformen beleuchtet. Insgesamt
verzeichnet das ADNB in den Jahren 2023/24 einen Anstieg der Fallmeldungen um 2,9 %
im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders stark gestiegen sind Fälle von Rassismus
(+19,9 %). Dabei sind besonders anti-muslimischer und anti-Schwarzer Rassismus
deutlich vertreten.
Zentrale Entwicklungen 2023/24
Gesamtentwicklung
- +2,9 % mehr gemeldete Diskriminierungsfälle
- +19,9 % mehr Fälle von Rassismus
- +244 % Anstieg von LADG-Fällen
- +8,9 % Anstieg von AGG-Fällen
Betroffene Lebensbereiche
- Arbeitswelt: 32,4 %
◦ Häufig: rassistisches Mobbing über längere Zeiträume, Aberkennung von
Diskriminierungserfahrungen, fehlende Beschwerdestrukturen, schwierige
Beweisbarkeit - Güter & Dienstleistungen: 15,2 %
◦ Am häufigsten in folgenden Bereichen: Sport/Fitnessstudios (26 %), ÖPNV
(20 %), Einzelhandel (17 %)
◦ Häufige Diskriminierung beim Nutzen von Dienstleistungen wie bspw. im
Fitnessstudio, grundlose Verdächtigung in Supermärkten, weiterhin Anstieg
der Fälle durch die BVG und das von der BVG engagierte
Sicherheitspersonal - Behörden: 12,2 %
◦ davon: 45 % Polizei, 10 % Justiz/Gerichte, 7 % Jobcenter
◦ Besonders institutioneller Rassismus und Diskriminierung durch die Polizei,
wir beobachteten zudem rechte und rassistische Strukturen in Behörden,
kaum Schutz und Handlungsmöglichkeiten
Einblicke aus der Beratungsarbeit
Der Report beschreibt wiederkehrende und prägnante Fälle, darunter:
- rassistisches Mobbing am Arbeitsplatz
- der Umgang der BVG mit Beschwerdeschreiben
- ein positives LADG-Urteil zu Diskriminierung durch die Berliner Polizei
- anti-palästinensischer Rassismus in der Beratung
- struktureller Rassismus in Berliner Behörden
- anti-kurdischer Rassismus
Hinweis zur Veranstaltung
Die öffentliche Vorstellung des Reports findet am 11.12. statt. Im Fokus der Veranstaltung
steht ein Fachgespräch zum Thema Diskriminierung durch die Polizei, gemeinsam mit
ReachOut und Charlotte Heyer (ehemalige Projektleitung des ADNB).
Den Report finden Sie zum Download auf unserer Website unter Publikationen. Es besteht
die Möglichkeit Ihnen ein gedrucktes Exemplar zuzusenden.
Kontakt für Presseanfragen
Louis Gaebel
louis.gaebel@tbb-berlin.de
Tel.: 030 55065905
Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit
Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg
(ADNB des TBB)