Pressemitteilung zum Internationalen Tag gegen antimuslimischen Rassismus – 15.03.2026


Am 15. März 2026 wird in Berlin erstmals der Internationale Tag gegen Islamfeindlichkeit bzw. gegen antimuslimischen Rassismus begangen. Dieser Tag ist ein wichtiges Signal der Anerkennung und Sichtbarmachung einer spezifischen Form von Rassismus, die sich gegen Muslim*innen und muslimisch gelesene Menschen richtet.

Antimuslimischer Rassismus ist eine Form des kulturalistischen Rassismus. Er begründet Ausgrenzung und Diskriminierung nicht mehr primär biologisch, sondern durch Zuschreibungen vermeintlich homogener, „fremder“ Kulturen. Muslim*innen wird dabei pauschal unterstellt, ihre Religion oder Kultur sei grundsätzlich gewaltlegitimierend, frauen- und queerfeindlich oder antisemitisch und stehe im Widerspruch zu demokratischen Werten. Solche Unterstellungen bzw. Ressentiments dienen seit Jahrzehnten als Rechtfertigung für Diskriminierung, soziale Ausschlüsse und Gewalt.

Die Folgen sind gravierend: Betroffene erleben Benachteiligungen in Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnungswesen und Gesundheitsversorgung, Anfeindungen im öffentlichen Raum sowie institutionelle Diskriminierung. Im schlimmsten Fall münden diese Abwertungen in rassistische Gewalt, erklärt Zülfukar Ҫetin, Vorstandsprecher des TBB.

Wir erinnern an die Opfer rechtsterroristischer und rassistischer Anschläge und Morde – unter anderem in Mölln, Solingen, an die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds, an Burak Bektaş, an die Opfer des Anschlags von Hanau sowie an Marwa El-Sherbini. Diese und viele weitere Taten waren von antimuslimischem Hass getragen.

Als Migrant*innendachorganisation setzt der Türkischer Bund in Berlin und Brandenburg an diesem Tag ein klares Zeichen: gegen jede Form von Diskriminierung, gegen Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus sowie Queer- und Transfeindlichkeit – und ausdrücklich gegen antimuslimischen Rassismus.

Eine rassismuskritische Gesellschaft ist nur möglich, wenn Differenz nicht hierarchisiert, sondern als gleichwertiger Bestandteil gesellschaftlicher Vielfalt anerkannt wird. Die Anerkennung egalitärer Differenzen ist Voraussetzung für demokratische Teilhabe und soziale Gerechtigkeit, so Zülfukar Ҫetin, Vorstandssprecher des TBB.