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SOLINGEN IST UNSER TRAUMA – Tödlicher Brandanschlag in Solingen

Berlin, 28.03.2024

Beim Großbrand am 25. März in dem Mehrfamilienhaus in #Solingen sind neben den 28 und 29 Jahre alten Eltern ihre beiden kleinen Kinder (drei Jahre und fünf Monate) gestorben. Weitere Bewohner*innen des Hauses wurden teils schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile wegen Mordes und versuchten Mordes.

Angesichts des derzeitigen rassistischen Klimas, der zunehmend aggressive Züge annimmt, müssen die Ermittlungen mit einem besonderen Augenmerk auf ein mögliches rassistisches Motiv geführt werden. Dieser tödliche Brandanschlag muss lückenlos aufgeklärt werden.

In Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung und viel Kraft.

Der TBB-Vorstand

Einladung zum Seminar “Ungleichheiten am deutschen Wohnungsmarkt: Herausforderungen und Lösungsansätze” am 24. April 2024

Als anerkannter Träger der Bundeszentrale der politischen Bildung bietet der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg am 24.04.2024 von 15:00 bis 18:30 Uhr ein Seminar zum Thema „Ungleichheiten am deutschen Wohnungsmarkt: Herausforderungen und Lösungsansätze“ an.

Zielgruppe: politisch Interessierte und insbesondere Menschen mit eigener (oder familiärer) Zuwanderungsgeschichte

Methodik: Fachvorträge und Diskussionen

Referent*innen: Remzi Uyguner und Ezgi Özcan

Ort: Türkischer Elternverein in Berlin e.V., Oranienstraße 34, 10999 Berlin

Programm:

15 Uhr- 15:15 Uhr:                 Vorstellung und Begrüßung des Publikums

15:15 Uhr – 16:00 Uhr:          Referat zum Thema

„Aktueller Stand auf dem deutschen Wohnungsmarkt mit Schwerpunkt Ungleichheit“

16:00 – 16:30 Uhr:                 Moderierte Diskussion

16:30 – 17:00 Uhr:                 PAUSE

17:00 – 17:45 Uhr:                 Referat zum Thema

„Diskriminierungen in Wohnungssuche und Mietverhältnissen“

17:45 Uhr – 18:15 Uhr:           Moderierte Diskussion

18:15 Uhr – 18:30 Uhr:          Abschlussmoderation

Wir bitten um eine Anmeldung unter: info@tbb-berlin.de .

Ausstellung zum internationalen Frauen*Kampftag im TBB

vom Türkischen Frauenverein Berlin e.V.


Anlässlich des Internationalen Frauen*kampftages zeigt der TBB eine Ausstellung mit dem Titel Gesichter und Geschichten, eine Fotoausstellung des Türkischen Frauenvereins e.V. von Migrantinnen der zweiten Generation, die von ihrer Kindheit und ihren Erfahrungen berichten.

Sie können die Ausstellung im TBB, Oranienstr. 53, 10969, an folgenden Tagen besuchen.

montags (10.00-14.30), dienstags-freitags (11.00-15.30)

Bitte füllen Sie das Formular unten aus, um die Ausstellung zu besuchen.


Je nach Besucher*innenaufkommen bestätigen wir Ihre Terminanfrage oder bieten Ihnen einen anderen Termin an.

Besuch von Bettina Jarasch beim TBB


Wir haben uns sehr über den Besuch von Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus in Berlin gefreut. In einem intensiven Gespräch haben wir über den immer stärker werdenden Rechtsrucks in Berlin und bundesweit sowie über mögliche Strategien zur Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus ausgetauscht.

Unsere neuen Mitgliedsvereine: “Gönülden Gönüllere Şiir ve Müzik Grubu Berlin e.V. – Vom Herzen zu Herzen e.V.” und “Berlin Eski Dostları Türk Müziği Derneği e.V.”


Bei unserer ersten Sitzung des Vertreter:innenrats in diesem Jahr wurden “Gönülden Gönüllere Şiir ve Müzik Grubu Berlin e.V. – Vom Herzen zu Herzen e.V.” und “Berlin Eski Dostları Türk Müziği Derneği e.V.” einstimmig als Mitgliedvereine aufgenommen. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und sagen an dieser Stelle „Herzlich willkommen in der TBB-Familie“.

Zu den neuen Mitgliedvereinen:

Gönülden Gönüllere Şiir ve Müzik Grubu Berlin e.V

Şiire ve müziğe gönül vermiş Berlin’lilerin 2010 yılında kurduğu, amatör bir ruhla çalışan bir koro derneğidir. Dernek, sanatsal etkinlikler çerçevesinde her yıl yerel amatör sanatçıların katılımı ile konserler düzenlemektedir. Ağırlıklı olarak Türk Halk Müziği, Fantezi Müzik ve Özgün Müzik tarzlarında çalışan koro, Tiyatrom, Atze Musiktheater, Otto Braun Saal gibi kentin güzide mekanlarında konserler vermektedir.

Çalışmalar Potsdamer Strasse 172 c-d, 10789 Berlin adresindeki KaffeeKlatsch Komşuluk Merkezi’nde düzenli olarak devam etmektedir.

İletişim: ggmgb@web.de
Telefon: 0157 71 81 56 35 (Şahin Yücel)


Vom Herzen zu Herzen e.V.

Der Chorverein, der 2010 von Berlinern, die sich der Poesie und Musik verschrieben haben, gegründet wurde, arbeitet mit einem Amateurgeist. Im Rahmen künstlerischer Aktivitäten veranstaltet der Verein jedes Jahr Konzerte unter Beteiligung lokaler Künstler. Der Chor, der hauptsächlich in den Stilrichtungen türkische Volksmusik, Fantasiemusik und Originalmusik arbeitet, gibt Konzerte in den angesehensten Veranstaltungsorten der Stadt wie Tiyatrom, Atze Musiktheater und Otto Braun Saal.

Die Proben werden regelmäßig im Nachbarschaftstreff KaffeeKlatsch in der Potsdamer Straße 172 c-d, 10789 Berlin regelmäßig weitergeführt.

Kontakt: ggmgb@web.de
Telefon: 0157 71 81 56 35 (Şahin Yücel)


Berlin Eski Dostlar Türk Müziği Derneği e.V.

Unser Chor hat seine Tätigkeit im Juni 2018 aufgenommen. Der Vorstand, bestehend aus fünf Mitgliedern, wurde am 5.11.2018 im Beisein von Chören und Medienorganisationen in Berlin offiziell eingeweiht. Unsere Chorarbeit basiert auf musikalischen Grundkenntnissen, wie Theorie und Notenlehre.

Unser erster Bühnenauftritt fand im Februar 2019 mit einem gemeinsamen Konzert mit der Gruppe “Türkü Pınarı” von Herrn Sıddık Dogan statt.

Nach dem 2. Konzert im Februar 2020 gaben wir am 11.11.2023 unser 3. Konzert, nachdem wir nach einer langen Pandemiezeit eine Pause eingelegt hatten und unsere Arbeit ohne Unterbrechung fortsetzen.

Arbeitstage: Sonntag 14.30 Uhr Dienstag 17.30 Uhr
Ort: Otawitreff Otawistr 46, 13351 Berlin U-Bhf Rehberge
Telefon: +49 178 4152401


Berlin Eski Dostlar Türk Müziği Derneği e.V.

Haziran 2018 yılında çalışmalarına başlamıştır. Beş üyeden oluşan Yönetim Kurulu 5.11.2018 tarihinde Berlin`de bulunan koro ve basın kuruluşlarının nezdinde yapılan açılış ile resmi faaliyetine geçti. Koro faaliyetlerimiz temel müzik bilgisi, örneğin nazari teori ve nota bilgisi üzerine kuruludur.

İlk sahne performansımızı Şubat 2019’da Sayın Sıddık Dogan gurubu „Türkü Pınarı“ ile ortak bir konser vererek gerçekleştirdik. Şubat 2020’de 2. konserden sonra uzun bir pandemi sürecinden sonra ara verip çalışmalarımıza başladıktan sonra 11.11.2023 tarihinde 3. konserimizi verdik. Çalışmalarımıza ara vermeden devam ediyoruz.

Çalışma günleri: Pazar saat 14.30 Salı 17.30
Yer: Otawitreff Otawistr 46, 13351 Berlin U-Bhf Rehberge
Telefon: +49 178 4152401

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Pressemitteilung: Befragung der Landesbeschäftigten zum Migrationshintergrund – TBB begrüßt die Umsetzung einer wichtigen Bestimmung des Gesetzes zur Förderung der Partizipation in der Migrationsgesellschaft des Landes Berlin (PartIntG)

Pressemitteilung, 31.01.2024

Am 29. Januar 2024 startete die freiwillige und anonyme Befragung aller 132.000 Beschäftigen im unmittelbaren Landesdienst Berlins mit dem Ziel, zu erfahren, wie viele im Öffentlichen Dienst einen Migrationshintergrund haben.

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) begrüßte die Umsetzung der diesbezüglichen Bestimmung des PartIntG (§ 8).

Hierzu erklärte Safter Çınar, Sprecher des TBB:

 „Es ist ein wichtiges Anliegen auch des TBB, den Anteil der Landesbeschäftigten mit Migrationshintergrund -auf freiwilliger Basis! – festzustellen. So können zwei Zielsetzungen erreicht werden: Erstens Feststellung des Anteils der Landesbeschäftigten im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil von 38%. Zweitens Feststellung wie weit sie in Führungspositionen vertreten sind.“

Weiter heißt es in der Erklärung des TBB:

Eigentlich sollte unsere Gesellschaft soweit sein, dass wir keine Instrumente für eine gleichberechtigte Teilhabe brauchen. Aber solange unsere Gesellschaft nicht diskriminierungsfrei ist, brauchen wir Instrumente wie die Erhebung der Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst. Dies wäre der erste Schritt in die richtige Richtung, um die Diversität unserer Gesellschaft im Öffentlichen Dienst widerspiegeln zu können.

vier Personen stehen vor einem TBB-Logo mit schriftzug und lächeln in die Kamera. Von links nach rechts: Safter Çınar, Max Landero, Ayşe Demir und Orkan Özdemir

Max Landero, Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt und Orkan Özdemir, Mitglied des Abgeordnetenhauses (SPD) sowie Sprecher für Antidiskriminierung, Integration und Kampf gegen Rechtsextremismus, zu Besuch beim TBB

vier Personen stehen vor einem TBB-Logo mit schriftzug und lächeln in die Kamera. Von links nach rechts: Safter Çınar, Max Landero, Ayşe Demir und Orkan Özdemir
Zwischen den Jahren zu Besuch beim TBB

Heute haben uns Max Landero, Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt und Orkan Özdemir, Mitglied des Abgeordnetenhauses (SPD) und Sprecher für Antidiskriminierung, Integration und Kampf gegen Rechtsextremismus, besucht. Themen des Gespräches waren Partizipations- und Antidiskriminierungspolitik für 2024 und das geplante Landesdemokratiefördergesetz.

Weihnachts- und Neujahrsgrüße & kurzer TBB-Jahresrückblick 2023


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freund*innen, Kolleg*innen, Mitglieder,
liebe Partner*innen des TBB,
liebe Medienvertreter*innen,

wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu und gibt uns die Gelegenheit für einen kleinen Rückblick, den wir hier mit Euch teilen wollen.

2023 wurde immer wieder dargestellt als gekennzeichnet von multiplen Krisen, und ohne Zweifel gab es dazu auch reichlich Gründe. Als politisch engagierte, sozial aktive und in der vielfältigen Stadtgesellschaft tief verankerte Organisation ist es Teil unserer täglichen Arbeit, mit Krisen, Problemen und Missständen umzugehen. Unser Fokus dabei liegt aber immer auf Lösungen, Visionen und dem solidarischen Schulterschluss. Denn daraus schöpfen wir die Kraft, mit der wir unsere Ziele entwickeln und erreichen. So können wir nun auch auf 2023 zurückblicken, nicht nur auf ein Jahr von Krisen und Herausforderungen, sondern auch auf eines von Errungenschaften, wertvollen Erfahrungen und fruchtbarer Zusammenarbeit.

Das Jahr begann im Zeichen des immer noch anhaltenden Kriegs zwischen Russland und der Ukraine, der uns nicht nur in Gedanken beschäftigte, sondern auch Auswirkungen in Berlin zeigte: Energiesparen war das Thema der Stunde, dem sich auch der TBB mit einem neuen Projekt widmete. Gleichzeitig gab es weiter hohen Beratungsbedarf bei Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet waren – so in den Bereichen Arbeitsmarktintegration und Aufenthalt. Unsere bewährten Strukturen konnten ihren Beitrag dazu leisten, diesen Bedarf aufzufangen.

Anfang Februar erschütterte ein Erdbeben die Grenzregion zwischen der Türkei und Syrien und forderte zahllose Opfer. Menschen verloren ihr Leben, ihre Existenzen, Perspektiven und Obdach. Und viele Menschen, auch in Berlin, mussten vom Verlust geliebter Menschen erfahren. Wir fühlen noch immer mit allen Betroffenen. Es gab eine bemerkenswerte Solidarität und auch wir konnten durch das Sammeln von Spenden ein wenig zur Minderung des Leids beitragen. Dass die Bewältigung einer solchen Katastrophe nicht nur schnelle, sondern auch anhaltende Unterstützung erfordert, möchten wir hier noch einmal in Erinnerung rufen.
In diesem Zusammenhang hat der TBB gemeinsam mit dem Landesamt für Einwanderung eine Informationsveranstaltung zu Visaerleichterungen für die Betroffenen aus dem Erdbebengebiet durchgeführt:
https://www.tbb-berlin.de/gemeinsame-informationsveranstaltung-des-landesamtes-fuer-einwanderung-und-des-tuerkischen-bundes-in-berlin-brandenburg-zu-visaerleichterungen-fuer-die-betroffenen-aus-dem-erdbebengebiet-in-der-tuerke

Der Februar brachte aber auch in Berlin selbst vieles in Bewegung: Nach der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus bildete sich ein neuer Senat. Ressorts wurden neu zugeschnitten, und für den TBB als Projektträger gab es neue Ansprechpartner*innen. In etlichen Gesprächen mit politischen Vertreter*innen aus unterschiedlichen Fraktionen identifizierte der TBB gemeinsame Ziele, lotete Standpunkte aus, baute bestehende Kontakte aus und knüpfte viele neue.

Ein weiteres prägendes Ereignis 2023 war leider der furchtbare Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober und der darauffolgende Krieg im Gazastreifen. Die Ereignisse bewegen viele Berliner*innen und unser Mitgefühl geht an alle, die durch Gewalt Angehörige verloren haben oder noch immer in Angst um sie leben. Dass die tragischen Ereignisse auch in Berlin von vielen instrumentalisiert werden, um Antisemitismus vermeintlich zu legitimieren und Pauschalisierungen zu propagieren, ist traurig und nicht hinnehmbar. Zum Glück gibt es aber auch in den verschiedensten Communities Stimmen, die unermüdlich für Versöhnung, Besonnenheit und Menschlichkeit werben. Auch der Vertreter*innenrat des TBB stellte sich in einer einstimmig verabschiedeten Erklärung deutlich gegen Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit:
https://www.tbb-berlin.de/erklaerung-des-tbb-vertreterinnenrats-zur-aktuellen-lage

Während also die Ereignisse der Weltgeschichte auch in Berlin Wellen schlugen, ging die Arbeit an Bord des TBB unter Volldampf weiter.
So z.B. in unserem personell größten Projekt: Die Arbeit beim ADNB war zu Beginn des Jahres 2023 von struktureller Veränderung geprägt, wie der Umbau und der Umzug in die neuen Büroräume in Friedrichshain. Neben der alltäglichen Beratungsarbeit, widmeten wir uns danach der Planung und Organisation der Jubiläumsfeier zu. Denn am 29. September 2023 feierte das ADNB sein 20-jähriges Bestehen. Dazu wurden neben den aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden weitere Kolleg*innen aus der Antidiskriminierungsberatung, Kooperationspartner*innen, Vertreter*innen aus der Landes- und Bundespolitik, Unterstützer*innen und Freund*innen ins Rathaus Schöneberg eingeladen, um gemeinsam auf 20 Jahre Antidiskriminierungsberatung zurückzublicken, aber auch in den Austausch zu aktuellen und zukünftigen Themen, Herausforderungen und Chancen zu gehen. Wir gehen nun mit neuer Energie in die kommenden Monate, um weiterhin mit Ratsuchenden Erfolge zu erzielen, gegen Diskriminierung vorzugehen und weitere Meilensteine auf unserem Weg zu setzen und freuen uns auf weitere Jahre fruchtbarer und engagierten Zusammenarbeit.

In diesem Jahr hat der TBB zeitweilig die alleinige Trägerschaft der Fachstelle gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt übernommen. Seit Oktober 2023 haben wir in diesem Projekt eine neue Kooperationspartnerin, die den Arbeitsbereich Strategie und Vernetzung der Fachstelle übernommen hat, nämlich die ASUM GmbH, Angewandte Stadtforschung und Mieterberatung.
Neben der Bearbeitung zahlreicher Beratungsanfragen hat sich FMFW berlin- und bundesweit an Workshops und Diskussionsveranstaltungen beteiligt und wurde zum Rechtsausschuss des Bundestages zur Anhörung über die AGG-Novelle eingeladen:
https://www.bundestag.de/ausschuesse/a06_recht/anhoerungen/972934-972934

Nicht zuletzt gab es im Tätigkeitsbereich Antidiskriminierung in Trägerschaft des TBB ein Novum für Berlin: Im laufenden Jahr hat die Fachstelle für Arbeitsmarkt und Antidiskriminierung (FAMAD) ihre Arbeit aufgenommen, mit dem Fokus, kostenlose juristische Expertise für Antidiskriminierungsberatungsstellen in Berlin bereitzustellen. Ein bedeutender Meilenstein war die Zusammenarbeit mit Diversity Arts Culture (DAC) für die Entwicklung eines Konzepts zur Einrichtung einer externen kollektiven AGG-Beschwerdestelle im Kulturbereich. Dieses deutschlandweit bislang einzigartige Vorhaben zielt darauf ab, durch die Auslagerung und Professionalisierung einer AGG-Beschwerdestelle Diskriminierung im Kultursektor effektiver entgegenzutreten. Zum Abschluss des Jahres fand am 15. Dezember 2023 die Auftaktveranstaltung des Fachbeirats von FAMAD statt, bei der Staatssekretär Max Landero ein Grußwort hielt. Die Beteiligung von Expert*innen und Entscheidungsträger*innen aus dem Antidiskriminierungs- und Arbeitskontext unterstreicht die Bedeutung von FAMAD im Einsatz gegen Diskriminierung und für eine inklusive Arbeitswelt in Berlin.

Seit nunmehr zehn Jahren bietet der TBB inzwischen auch das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) in Berlin an. Mittlerweile mehr als eintausend junge Menschen haben ihr FSJ unter Trägerschaft des TBB geleistet. In diesem Jahr wurde auch die Förderung des Landes Berlin für das FSJ stabilisiert und zur Unterstützung von jungen Menschen mit stärkeren Förderungsbedarfen ausgeweitet. Der TBB ist hier mit großem Anteil engagiert.

In unserem Teilhabe-Projekt KoPa konnten wir uns sehr über das ehrenamtliche Engagement freuen, mit dem RA Jörg Schindler nun unser Beratungsangebot ergänzt hat: Wöchentlich bietet er nun rechtliche Erstberatungen zu Fragen des Arbeitsrechts an. Auch die mittlerweile gut etablierte Landeskonferenz der Migrant*innenorganisationen bildete wieder einen späten Höhepunkt des TBB-Jahres: Anfang Dezember diskutierten über 100 Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Initiativen, Vereinen und Netzwerken der migrantischen Zivilgesellschaft und aus der Berliner Politik und Verwaltung miteinander.

Im Tätigkeitsbereich Verbraucher*innenschutz gab es zwei neue Projekte: Zum einen wurde mit EcoSave sowohl ein Dauerthema angegangen als auch ein ganz konkreter, aktueller Bedarf beantwortet: Sensibilisierung für und Informationen zur Energieeinsparung für Endverbraucher*innen. Und das gleich in mehreren Sprachen. Zum anderen startete nach dem erfolgreichen Projektabschluss unseres Verbraucher*innenschutzprojektes INV mit einem fulminanten Fachtag im Mai nun mit Nachhaltig Informiert – Interkulturelles Netzwerk ein weiteres bundesfinanziertes Projekt zur Verbraucher*innenstärkung. In Kooperation mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein und gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz,  informieren sich hier Multiplikator*innen verschiedener Sprach- und Herkunftscommunities für nachhaltige Verbrauchsentscheidungen, um dann Angehörige Ihrer Communities dafür zu sensibilisieren. Ergänzt wird dies durch Multimedia-Angebote, die gemeinsam entwickelt werden. Mehr zum Projekt:
https://www.verbraucher-plus.de/Projekt/NIIN/de/Aktuelles/

Aber auch jenseits der Projekte und der zu Anfang genannten Entwicklungen war der TBB 2023 rege und engagiert:
Die Bundesregierung hat in diesem Jahr die Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes in die Wege geleitet. Wir sehen darin insbesondere die Akzeptanz der Mehrstaatigkeit sowie die Verkürzung der Aufenthaltsdauer, um die Einbürgerung zu beantragen, als Zeichen eines zeitgemäßes Staatsangehörigkeitsrechts positiv an. Jedoch wem nutzt es, wenn gleichzeitig die Einbürgerungskriterien massiv verschärft werden und weiterhin stark von dem Geldbeutel und vom sozialen Status abhängig bleiben? Ebenso bleiben Sprachprüfungen und Einbürgerungstests bestehen, was wir deutlich kritisieren. Die allerletzte Einigung der Regierungskoalition scheint hier nur minimale Korrekturen gebracht haben.
Der TBB hat sich gemeinsam mit vielen anderen Organisationen im Rahmen des Bündnisses Pass(t) uns allen für ein für ein gerechtes Staatsangehörigkeits-, Einbürgerungs-, und Wahlrecht eingebracht und bei der Kundgebung vor dem Bundestag beteiligt und auf die Schwachstellen des Gesetzesentwurfs aufmerksam gemacht sowie Nachbesserungen gefordert.  
Hierzu unsere Pressemitteilung:
https://www.tbb-berlin.de/pressemitteilung-buendnis-passt-uns-allen-mehrstaatigkeit-fuer-alle-aber-dafuer-keinen-deutschen-pass-fuer-arme-alleinerziehende-behinderte-und-staatenlose

Durch die Novelle des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) vom Juni 2023 wurde der Rechtsrahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz vom März 2020 zur Arbeitsmigration für Drittstaatsangehörige erweitert und damit sind die Möglichkeiten der Einwanderung aus nicht-EU Ländern seit 18. November deutlich erleichtert.
Über die neuen Erweiterungen und Möglichkeiten des FEG haben wir kostenfreie Schulungen für öffentliche Akteure sowie Beratungen für Klein- und mittelständische Unternehmer*innen angeboten.
Der TBB hat in diesem Zusammenhang auf eine große Gefahr aufmerksam gemacht. Die gesetzlichen Erleichterungen für die qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften könnten als Instrument für kostengünstigere Arbeitskräfte als im Inland ausgenutzt werden, was unbedingt verhindert werden muss.
Hierzu unsere Presseerklärung:
https://www.tbb-berlin.de/pressemitteilung-zur-novellierung-des-fachkraefteeinwanderungsgesetzes

Die in der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung zugesagte Novelle des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) konnte bisher nicht realisiert werden. Das federführende Bundesjustizministerium bewegt sich in dieser Frage nicht. Die zivilgesellschaftliche Initiative „AGG-Reform Jetzt“ hat hierzu einen Forderungskatalog erarbeitet. Die drei Antidiskriminierungsprojekte des TBB haben sich in die Debatte eingebracht und den Forderungskatalog mitgestaltet.
Hierzu unsere Pressemitteilung mit dem Positionspapier der AD-Projekte des TBB:
https://www.tbb-berlin.de/pressemitteilung-agg-reform-jetzt

Ein Dauerthema, dem wir uns weiter mit vollem Einsatz widmen bleibt der Kampf gegen Rassismus. Wenngleich wir hier dank professioneller Strukturen und engagierter Kolleg*innen im Beratungskontext immer wieder Erfolg verzeichnen können, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich 2023 ein trauriger Trend fortsetzte und bedenkliche Tendenzen immer spürbarer werden. Während die Zivilgesellschaft, wertegeleitete Demokrat*innen und von Rassismus Betroffene seit Jahren vor dem Ankommen rassistischer Ideologien in immer weiteren Teilen der Gesellschaft warnen, beobachteten wir mit Sorge, wie sich auch sonst gemäßigte und progressive Kräfte im parteipolitischen Ringen um Wähler*innengunst Positionen der Rechten zu eigen machten. Das Anbiedern an rechte Diskurse wird aber nie zu einer Schwächung rechtsextremer Positionen führen, sondern diese im Gegenteil sogar stärken!

An Themen, Herausforderungen und Diskursen wird es uns sicher auch in Zukunft nicht mangeln – aber sicher auch nicht an der Motivation, dem Willen und der Energie sie anzugehen. 2024 steht vor der Tür und wir blicken dem neuen Jahr mit Entschlossenheit, Zuversicht, einem starken Team und verlässlichen Partner*innen entgegen. Nun werden die Tage wieder länger – ein Zeichen der Hoffnung und eine Erinnerung daran, dass mit Engagement und langem Atem auch die dunkelsten Zeiten bewältigt werden können. Die bevorstehenden Feiertage werden wir nutzen um durchzuatmen, uns nach einem aufregenden Jahr zu erholen und neue Kraft zu schöpfen für das, was vor uns liegt.

All unseren Leser*innen wünschen wir einen angenehmen Jahresausklang, entspannte Feiertage und einen großartigen Jahreswechsel! Danke an unsere Partner*innen und Kolleg*innen für die Unterstützung und die Zusammenarbeit! Bleiben Sie alle gesund!

2024 steht vor der Tür und wir sind bereit!

Für Berlin!
Für Gleichberechtigung, Partizipation und Solidarität!

Ihr TBB