Vor 34 Jahren, zwischen dem 22. und 26. August 1992, verübten Rechtsextremisten in Rostock-Lichtenhagen das schwerste rassistische Pogrom in Deutschland seit 1945.
An den Angriffen beteiligten sich Hunderte gewaltbereite Rechtsextremisten, die von Tausenden Schaulustigen bejubelt wurden. Über mehrere Tage hinweg belagerten sie Asylsuchende sowie überwiegend vietnamesische Vertragsarbeiter*innen in ihrer Unterkunft im „Sonnenblumenhaus“ und in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylsuchende. Sie warfen Steine und Brandsätze, brachten Menschenleben in Gefahr und versuchten, durch Hass und Gewalt gezielt Angst zu verbreiten und Menschen aufgrund ihrer Herkunft einzuschüchtern.
Der Staat versagte. Die Polizei zeigte sich überfordert und reagierte teilweise passiv. Als das Wohnheim mit mehr als 100 Menschen in Brand gesetzt wurde, zog sie sich zeitweise zurück, sodass die Eingeschlossenen dem gewalttätigen und feurigen Ansturm des Mobs schutzlos ausgeliefert waren. Rostock-Lichtenhagen bleibt eine Mahnung: Demokratie muss geschützt, Menschenwürde verteidigt und Ausgrenzung entschieden bekämpft werden. Es erinnert uns daran, Verantwortung zu übernehmen, marginalisierte Menschen zu schützen und Rechtsextremismus sowie Rassismus entschieden entgegenzutreten.
Mit Sorge beobachten wir, dass ausgerechnetin Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland, in demdieses rassistische Pogrom stattfand, Rechtsextremisten heute weiter an Zustimmung gewinnen. Es muss über Parteigrenzen hinweg Aufgabe aller Demokrat*innen sein, dafür Sorge zu tragen, dass Rechtsextremisten bei der Landtagswahl am 20. September 2026 nicht stärkste Kraft werden. Das sind wir nicht nur den Opfern von Rostock-Lichtenhagen schuldig, sondern auch allen, die sich für eine offene, demokratische und menschenwürdige Gesellschaft einsetzen.









